Die Geschichte der Zahnbürste

Gut entsprechend einer amerikanischen Studie, die 2003 geleitet wurde, dass must-have gizmo die bescheidene Zahnbürste sein würde. Ein merkwürdiges Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die meisten Amerikaner erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als zwei Dinge geschahen – die strengen Hygienepraktiken der zurückkehrenden Soldaten wurden von der größeren Bevölkerung übernommen und gleichzeitig inspirierte Hollywoods Pantheon des strahlenden Lächelns die Amerikaner zu einem neuen Ideal der Zahnschönheit. Also, vorher, hatte der Durchschnittsmensch Zähne wie ein Cartoon-Piano? Und wann genau ist es einem hellen Funken aufgefallen, sich ein ergonomisches Werkzeug zum Schrubben der Schneidezähne auszudenken? Wie üblich, nehmen die Briten gerne die Lorbeeren entgegen….

 Bereits 1780, nachdem er angeblich einen Aufstand angestiftet hatte, schmachtete ein fleißiger Schurke namens William Addis in einem Londoner Gefängnis. Es stellte sich heraus, dass das zahnärztliche Wohlbefinden der Gäste Ihrer Majestät in englischen Gefängnissen des 18. Jahrhunderts kaum Priorität hatte, und so kam es Addis in den Sinn, dass er es besser machen konnte als die alte, versuchte Methode, sein Zahnfleisch mit Salz und einem rußigen Lappen zu reiben. Addis bat einen Wächter um ein paar Rosshaarborsten, bohrte kleine Löcher in einen kleinen Tierknochen (wahrscheinlich von einem Nagetier, das er gerade gegessen hatte) und band dann die Haare zu Büscheln zusammen, fädelte sie durch den Knochen und klebte sie an ihren Platz. Also, nachdem er einen Mob angestachelt, eine Wache bestochen und eine Ratte getötet hat – voila! Die erste Zahnbürste war geboren. Addis hat sofort das kommerzielle Potential seines Designs erkannt und eine Firma gegründet, die seine neue Erfindung an die Öffentlichkeit verkauft. Er wurde quasi über Nacht mega-reich. Und als er 1808 starb, vermutlich mit einem vollen Satz glitzernder Weißweine, überließ er seinem Sohn Weisheitszahnbürsten. Sie stellen auch heute noch Zahnbürsten her.

Doch während ein Engländer alle Anerkennung bekommt, war die Praxis des Zähneputzens mit einem Werkzeug kaum Addis‘ Idee. Tatsächlich zeigen historische Dokumente, dass die Haarborsten-Zahnbürste erstmals in der Tang-Dynastie des 7. Jahrhunderts in China auftauchte und im Mittelalter von Reisenden nach Europa zurückgebracht wurde. Darüber hinaus legen anthropologische Ausgrabungen nahe, dass die Gewohnheit der Zahnreinigung prähistorisch ist und bis 3000 v. Chr. zurückreicht. In der indischen ayurvedischen Medizin ist es seit Jahrtausenden üblich, das Ende der kleinen Zweige des Neem- oder Banyanbaums zu nagen, bis das Fasermaterial sich ausbreitet und weicher wird, um dann die Zähne zu schrubben. Die erste urkundlich erwähnte Beschreibung erscheint in einem chinesischen historischen Text aus dem Jahr 1600 v. Chr. Selbst in der vorislamischen Welt war die Verwendung von Miswak (ein Kaustift aus dem Arak oder Salvadora persica Baum) üblich und wurde später vom Propheten Muhammad gebilligt, der empfahl, die Praxis in das tägliche Gebetsritual aufzunehmen.

Bis 1840, wie die Sony Walkmans der 1980er Jahre, waren Zahnbürsten der Höhepunkt der europäischen Mode. Aufbauend auf Addis‘ grundlegendem Knochenstiel-Design, verwendeten die teureren Zahnbürsten Dachshaar für Borsten, die billigeren, sibirisches Wildschweinhaar. Aber erst 1857 meldete ein cleverer Amerikaner namens H.N. Wadsworth tatsächlich ein Patent für die Zahnbürste an, und bis 1885 waren sie überall erhältlich. Um die Jahrhundertwende wurden Knochengriffe durch Zelluloidgriffe ersetzt, und 1938 führte das Textilunternehmen DuPont die erste synthetische Zahnbürste aus Nylonfasern ein. (Es überrascht nicht, dass Tierhaarborsten regelmäßig aus den Griffen fielen, Bakterien zurückhielten und wahrscheinlich nicht die schmackhaftesten Dinge waren, mit denen man sich die Zähne putzen konnte. Dann, im Jahr 1954, wurde in der Schweiz eine elektrische Zahnbürste namens Broxodent erfunden, die aber erst in den 60er Jahren von der Schweizer Firma Squibb auf den westlichen Märkten vermarktet wurde. Heute verwenden die meisten Zahnbürsten trotz mehrfacher Iterationen, phantasievoller Entwürfe, Gimmicks und Marketingstrategien die gleiche Grundform mit Nylonborsten und thermoplastischen Griffen.